Zwergpinscher

Kleine Hunderasse Zwergpinscher
  • Trainierbarkeit: 3 Sterne
  • Haarausfall: 3 Stern
  • Ausdauer: 5 Sterne
  • Wachhund: 8 Sterne
  • Umgang mit Kindern: 10 Sterne
  • Beliebtheit: 7 Sterne

Zwergpinscher in der Übersicht

Wenn man zum ersten Mal einen Zwergpinscher zu Gesicht bekommt, könnte man auf die Idee kommen, einen Mini-Dobermann vor sich zu haben. Doch weit gefehlt! Zwergpinscher sind eine eigenständige, vom FCI ( Fédération Cynologique Internationale) anerkannte Rasse, die mit dem Dobermann nichts zu tun hat. Stattdessen besteht eine Verwandtschaft mit dem Deutschen Pinscher. Die Rassestandards weisen ausdrücklich auf ein verkleinertes Abbild des Deutschen Pinschers hin, ohne dass etwaige Mängel einer zwerghaften Erscheinung auftreten.

Der Zwergpinscher oder auch Rehpinscher genannt, ist ein selbstbewusster, sehr lebhafter Vierbeiner mit einer eleganten und athletischen Ausstrahlung. Er besitzt jede Menge Energie, die er am liebsten beim Jagen und Spielen auslebt.

Zwergpinscher sind gelehrig und relativ leicht erziehbar, wenn sie nicht ihren Dickkopf durchsetzen dürfen (unbedingt gegensteuern). Zu einer Person seiner Familie baut er ein besonders enges Verhältnis auf, während er sich zum Rest des Rudels loyal und freundlich verhält. Kinder sollten ihm mit dem nötigen Respekt begegnen. Trotz seiner geringen Größe ist der Zwergpinscher ein richtiger Hund mit eigenen Bedürfnissen und kein Knuddeltier mit dem man uneingeschränkt herumtoben kann.

Nähern sich fremde Menschen seinem Rudel oder seinem Territorium werden diese zunächst einmal verbellt und in sicherer Entfernung in Augenschein genommen. Diese Eigenschaft macht den Zwergpinscher zu einem ausgezeichneten Wachhund, der jedoch kein aggressives Verhalten zeigt. Sein ausgeprägter Jagdtrieb macht es in Wald und Feld erforderlich, den kleinen Kerl an der Leine zu halten. Frei gelassen jagt er jeder Maus oder Ratte hinterher.

Zwergpinscher haben einen großen Bewegungsdrang, der täglich befriedigt werden will. Ausgedehnte Spaziergänge, intelligente Spiele und Hundesport, wie Agility oder Dogdancing, sorgen für geistige und körperliche Auslastung. Unterbeschäftigt neigt diese Rasse zu Nervosität. Fehlt die konsequente Erziehung, kann er sich schnell zum lästigen Kläffer entwickeln. Genügend Beschäftigung jedoch macht aus dem Zwergpinscher einen ausgeglichenen und treuen Begleiter. Trotz seines ausgeprägten Temperaments kommt er aufgrund seiner geringen Größe gut in Stadtwohnungen zurecht, vorausgesetzt er bekommt ausreichend Auslauf. Ein sportlich aktiver Halter ist daher für den lebhaften Zwergpinscher immer ein Gewinn.

Der Zwergpinscher kurz und bündig

  • Zwergpinscher sind eine vom FCI anerkannte Hunderasse aus Deutschland.
  • Rüden, sowie auch Hündinnen haben eine Schulterhöhe zwischen 25 cm - 30 cm.
  • Das Gewicht beträgt etwa 4 - 6 kg.
  • Seine Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 13 Jahren.
  • Die Fellfarben des Zwergpinschers sind: Rot-braun, Dunkelrot-braun, Hirschrot oder Schwarz-rot mit gut definiertem Brand.
  • Das Fell des Zwergpinschers ist kurz und besitzt keine Unterwolle. Daher darf er im Winter, bei sehr kalten Temperaturen, ruhig auch ein Mäntelchen oder einen Pullover tragen.
  • Zwergpinscher besitzen ein starkes Bewegungsbedürfnis und haben von Natur aus einen ausgeprägten Jagdtrieb.
  • Sie sind sehr neugierig und eignen sich gut als Wachhunde.
  • Schwanz und Ohren des Zwergpinschers dürfen nicht mehr kupiert werden (seit 1999).
  • Zwergpinscher kommen gut mit den Gegebenheiten in einer Stadtwohnung zurecht, benötigen aber sehr viel Auslauf und Beschäftigung.
  • Wird nicht auf eine gute Sozialisierung geachtet, kann der Zwergpinscher schon einmal unangenehm auf Artgenossen reagieren.

Die Rassestandards beim Zwergpinscher

Sein Körper soll im Gesamtbild möglichst quadratisch aufgebaut sein. Der Kopf ist gestreckt und kräftig, die Nase schwarz, das Scherengebiss ebenfalls kräftig und strahlend weiß. Seine Augen haben eine ovale Form und eine dunkle Farbe. Die V-förmigen Ohren sind hoch angesetzt und werden nach vorn gerichtet mit Klappfalte oder als Stehohr getragen.

Der anmutig geschwungene Hals des Zwergpinschers läuft ohne Ansatz in den kräftigen und kurzen Rücken aus. Seine leicht gerundete Kruppe geht harmonisch in die Rute über. Die mäßig breite Brust weist eine markante Brustbeinspitze auf.

Die Beine des Zwergpinschers besitzen eine kräftige Muskulatur und lassen den kleinen Hund stämmig erscheinen. Mit ruhig gehaltenem Rücken trabt er ausgreifend, seine Bewegungen sind harmonisch, flüssig und sicher.

Sein Haarkleid ist kurz, liegt dicht an und zeichnet sich durch einen auffallenden Glanz aus. Die Farbvarianten liegen bei Hirschrot, einem hellen Rot-braun sowie einem Dunkelrot-braun. Die zweifarbige Variante hat ein lackschwarzes Fell mit braunen oder roten Abzeichen über den Augen, an der Unterseite des Halses, am Vorderlauf und den Pfoten sowie an den Innenseiten der Hinterläufe und unter der Schwanzwurzel. Auf der Brust zeichnen sich zwei regelmäßige, sauber abgegrenzte Dreiecke ab.

Das Wesen und der Charakter des Zwergpinschers

Der Zwergpinscher ist bekannt für seinen starken Charakter und ein gehöriges Maß an Temperament. Er ist selbstbewusst und neugierig, aber nie aggressiv. Zuverlässig bewacht er Haus und Hof, macht aber auch beim Hundesport, wie Agility oder Dogdancing, eine gute Figur. Bei diesen Sportarten kann er seinen unermüdlichen Bewegungsdrang angemessen ausleben. Für Menschen, die sich gerne sportlich betätigen, viel spazieren gehen oder auch Rad fahren, ist der Zwergpinscher ein idealer Begleiter.

Mit ausreichend Bewegung und genügend Kopfarbeit wird der Zwergpinscher ein anhänglicher und unkomplizierter Begleiter für seine Familie. Wobei er meist nur zu einem "Rudelmitglied" ein besonders inniges Verhältnis entwickelt. Allen anderen Mitgliedern in der Familie begegnet er aufgeschlossen und freundlich. Ohne Probleme passt er sich an den Lebensstil seiner Familie an und kommt auch in kleinen Wohnungen in der Stadt zurecht, wenn ihm reichlich Auslauf geboten wird.

Obwohl es sich beim Zwergpinscher um eine kleine Hunderasse handelt, sollte er nicht unterschätzt werden. Bereits als Welpe benötigt er klare Ansagen und Regeln, die konsequent eingehalten werden sollten. Da der Zwergpinscher über eine außergewöhnliche Intelligenz verfügt und gerne lernt, dürfte seine Erziehung auch für einen Hundeanfänger relativ leicht zu bewältigen sein. Allerdings sollte man die einmal gewählte Linie beibehalten und nicht aus Bequemlichkeit ein Fehlverhalten des Hundes tolerieren. Zwergpinscher sind in dieser Hinsicht sehr aufmerksam und merken genau, wann sein Herrchen oder Frauchen nachlässig wird. Eine unzureichende Erziehung führt dazu, dass der Zwergpinscher seinen angeborenen Dickkopf durchsetzt und zu einem dominanten Verhalten neigt.

Informationen zur Rasse des Zwergpinschers

Die Pflege des Zwergpinschers

Zwergpinscher gehören zu den pflegeleichten Hunderassen. Ihr kurzes Fell ist unempfindlich und kann bei Verschmutzungen mit einem feuchten Lappen schnell gereinigt werden. Gelegentliches Brüsten entfernt abgestorbene Haare und bringt Glanz ins Fell. Ein Bad ist für den kleinen Kerl nur in Notfällen, z. B. wenn er sich in undefinierbaren Hinterlassenschaften gewälzt hat, erforderlich. Hier sollte immer ein spezielles Hundeshampoo verwendet werden, welches den natürlichen Schutzfilm der Haut nicht beeinträchtigt.

Augen und Ohren müssen allerdings täglich auf Verunreinigungen oder Parasiten untersucht und wenn nötig, gesäubert werden. Parasiten, wie beispielsweise Milben, werden vom Tierarzt mit entsprechenden Mitteln behandelt. Auch die Pfoten bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle. Rissige Ballen können mit einer Fettcreme gepflegt und geschmeidig gehalten werden. Besonders im Winter ist diese Pflegemaßnahme nach jedem Spaziergang erforderlich.

Zur Vermeidung von Zahnbelägen, welche zu Zahnstein und Zahnfleischentzündungen führen können, kann man Kauartikel geben oder die Zähne mit Hundezahnbürste und -zahncreme entsprechend pflegen. Hier empfiehlt es sich, bereits den Welpen an diese Prozedur zu gewöhnen.

Durch die fehlende Unterwolle sind Zwergpinscher besonders im Winter sehr kälteempfindlich. Ein wärmender Pullover für den Spaziergang darf daher in der Ausstattung nicht fehlen. Bei besonders niedrigen Temperaturen sollten die Spaziergänge nicht zu lange dauern, da der Zwergpinscher schnell Erfrierungen an den Ohren bekommt.

Krankheiten beim Zwergpinscher

Die kleinen Pinscher sind in der Regel robuste Vierbeiner. Dennoch kommen hin und wieder genetisch bedingte Krankheiten vor. Dazu gehören:

  • Die Patellaluxation, bei der die Kniescheibe aus ihrer Führung springt. Rechtzeitig erkannt, kann diese Krankheit gut behandelt werden.
  • Die progressive Retinaatrophie, eine Erkrankung der Netzhaut des Auges, die zur Erblindung führt.
  • Der genetisch bedingte Haarausfall oder Schablonenkrankheit, welche oft zuerst nur die Ohren betrifft. Die Krankheit kann sich ausbreiten, ist aber lediglich ein optisches Problem.
  • Lederohr bzw. Ohrrand-Nekrose: Hier handelt es sich um Bläschen an den Ohrrändern, die durch Kratzen aufplatzen und bluten. Unbehandelt kann es zu Entzündungen kommen, wodurch das Gewebe an den Ohrrändern abstirbt.
  • verschiedene Herzkrankheiten
  • Perthes-Calvé-Legg-Krankheit: Hier handelt es sich um eine Störung im Wachstum des Oberschenkelkopfes, welche ursächlich auf eine Durchblutungsstörung zurückzuführen ist. Die Krankheit kann durch eine aufwändige Operation so behandelt werden, dass der Hund wieder normal laufen kann.

Die Geschichte des Zwergpinschers

Schon vor etwa 1000 Jahren soll der Zwergpinscher Fuhrleute auf ihren Reisen begleitet haben. Er bewachte ihre Nachtlager und sorgte in den Ställen dafür, dass Mäuse und Ratten nicht überhandnahmen. Er war, genauso wie heute, ein energiegeladener, mutiger und robuster Hund.

Im 19. Jahrhundert war er aufgrund seiner Größe als Schoßhund bei reichen Damen sehr beliebt. Ein Pinscher-Club wurde 1895 von Josef Berta gegründet. Er begann mit der Reinzucht des Zwergpinschers. Während bislang noch glatte und rauhaarige Welpen in einem Wurf vorkamen, wurden nun nur noch die glatten Pinscher zur Weiterzucht verwendet. Aus den Welpen mit rauem Haar ging eine andere Hunderasse hervor, der Zwergschnauzer. Der Pinscher-Club Bertas ist heute noch der einzige vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) anerkannte Verband für die Rassezucht der Zwergpinscher. Er ist somit verantwortlich für die Aufstellung und Einhaltung der Rassestandards.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Beliebtheit des Zwergpinschers über ganz Europa ausgebreitet. Er wird als anhänglicher und temperamentvoller Familien- und Begleithund geschätzt, der auch mit den Verhältnissen in der Stadt zurechtkommt.

Fotos: Zwergpinscher


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