Bichon Frise

Kleine Hunderasse Bichon Frise
  • Trainierbarkeit: 5 Sterne
  • Haarausfall: 1 Stern
  • Ausdauer: 5 Sterne
  • Wachhund: 6 Sterne
  • Umgang mit Kindern: 10 Sterne
  • Beliebtheit: 9 Sterne

Alles über den Bichon Frisé

Bichon Frisé lässt sich aus dem Französischen etwa mit "gelockter Schoßhund" ins Deutsche übersetzen. Damit ist schon viel zu seiner äußeren Erscheinung gesagt, die zumindest von Weitem an eine weiße, bewegliche Fellkugel erinnert. Dabei ist der Kleine nicht dick, sondern nur insgesamt sehr kurz wie alle Hunde in dieser Größe. Durch das dichte, flauschige Fell wirkt seine Gesamterscheinung dann eher rund. Damit entspricht er genau der Sorte Vierbeiner, die man am liebsten sofort auf den Arm nehmen und knuddeln möchte. Das kommt dem Bichon Frisé sehr entgegen, kuschelt und schmust er doch für sein Leben gern - vor allem mit seinen Besitzern. Er zeigt sich jedoch auch fremden Menschen gegenüber normalerweise aufgeschlossen und schließt schnell Freundschaft, wie es seinem fröhlichen, unbekümmerten Charakter entspricht.

Trotz aller Vorliebe fürs Knuddeln ist der Bichon Frisé ein sehr aktiver Hund, der viel Bewegung braucht und sich diese auch verschafft. Dabei genügt es allerdings nicht, den quirligen Vierbeiner nur spazieren zu führen. Er will spielen und zwar am besten immer. Deshalb ist der Bichon Frisé sehr angetan von Kindern, da sie wie er meistens zu einem Spiel aufgelegt sind. Wenn nicht,fordert er sie so lange auf, bis sie bereit sind, den Ball für ihn zu werfen oder Fangen zu spielen. Mindestens genauso gerne lernt der kleine, intelligente Hund neue Tricks oder kleine Kunststückchen, die er dann im Familienkreis vorführen kann. Er ist sehr gelehrig, steht gerne im Mittelpunkt und will seinen Besitzern gefallen. Klappt etwas nicht auf Anhieb, sollte man nicht zu streng mit ihm sein, da er sehr sensibel reagieren kann. Das gilt auch, wenn er etwas angestellt hat. Schimpfen muss natürlich sein, um ihm den Fehler klarzumachen, aber es sollte im für den Bichon Frisé verträglichen Rahmen bleiben. Nach einer angemessenen Zeit sollte man ihn in den Arm nehmen, um ihm zu zeigen, dass die Welt zwischen Mensch und Hund wieder in Ordnung ist.

Denn nichts schmerzt den Bichon Frisé mehr, als von Frauchen bzw. Herrchen getadelt oder gar zurückgewiesen zu werden. Deshalb sollte man ihn auch auf keinen Fall länger allein lassen. Manche Exemplare reagieren mit Trauer, andere jaulen oder heulen, wenn es sein muss, stundenlang. Wieder andere lassen ihren Unmut an der Wohnungseinrichtung aus. Sie kauen an unerwünschten Stellen oder Gegenständen herum, reißen Textilien oder anderes, das ihrem Frust nicht standhält, in Stücke. Der Bichon Frisé ist eben ein Gesellschaftshund im doppelten Wortsinn. Er tut den Menschen durch seine Anwesenheit gut, benötigt im Umkehrschluss aber auch die menschliche Nähe.

Ein Bichon Frisé wird in der Regel sehr aufmerksam sein und ist daher mit Abstrichen auch als Wachhund geeignet – sein Bellen jedenfalls ist laut und durchdringend, auch wenn es in der Regel schnell wieder verstummt. Als Beschützer macht er sich aufgrund seiner Größe und des leichten Körperbaus selbstverständlich nicht besonders gut. Besonders Welpen dieser Rasse sind wegen ihrer zarten Beschaffenheit empfindlich und verletzungsanfällig. Befinden sich Kleinkinder in der Familie, muss man den Umgang mit dem Hund überwachen und den Kindern frühzeitig einen sanften Umgang mit ihm beibringen.

Weil der Bichon Frisé recht intelligent und gelehrig ist, lässt er sich zwar leicht trainieren und man kann ihm schnell, wie oben erwähnt, etwas beibringen. Dennoch ist er eher schwer zu erziehen, was in diesem Fall kein Widerspruch ist. Kunststücke zu erlernen macht ihm eben Spaß, irgendwelche Kommandos zu befolgen, deren Sinn ihm sich nicht gleich erschließt, hingegen weniger. Manchmal kann er sehr stur sein und braucht klare Regeln, die er befolgen soll. Das erfordert vom Besitzer einiges an Disziplin, da der Bichon Frisé mit seiner drolligen Erscheinung und seinem Charme schon dazu verleiten kann, ab und an ein Auge zuzudrücken. Dem sollte man jedoch nicht nachgeben, sondern mit sanfter Strenge auf die Einhaltung der Regeln bestehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bichon Frisé macht einen kuscheligen Eindruck und ist es auch. Wer schmusen will, ist bei ihm richtig.
  • Sein umgängliches Wesen kommt allen zugute. Der Bichon Frisé mag Menschen, ganz besonders Kinder, und begegnet Artgenossen und anderen Tieren mit unvoreingenommener Freundlichkeit.
  • Spielen ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Kinder sind deshalb beim Bichon Frisé immer äußerst willkommen.
  • Intelligent und lernbegierig: Der Bichon Frisé kann sich schnell Kunststückchen aneignen, die er mit Freude vorführt.
  • So lieb und entgegenkommend er normalerweise ist, bei Befehlen, die ihm nicht passen, kann der Bichon Frisé einen enormen Dickkopf beweisen.
  • Das Wichtigste für den Bichon Frisé ist ein ungetrübtes Verhältnis zu seinen Bezugspersonen. Übermäßiges Schimpfen verträgt er deshalb nicht.
  • Wenn der Bichon Frisé eines hasst, dann ist es Alleinsein. Das sollte man ihm deshalb nie über einen längeren Zeitraum zumuten.
  • Der Bichon Frisé ist sehr zart gebaut. Besonders im Welpenalter sollte daher nur sehr vorsichtig mit ihm umgegangen werden.

Wesen und Charakter des Bichon Frisé

Der optische Eindruck des fröhlichen und unbekümmerten Bichon Frisé vermittelt relativ genau seine Charaktereigenschaften: Er ist ein richtiger Schoßhund, der sich liebend gerne verwöhnen und knuddeln lässt. Streicheleinheiten auf dem Sofa dürfen sich durchaus über einen längeren Zeitraum erstrecken, ohne dass ihm dabei langweilig wird. Diese Anschmiegsamkeit bringt er in erster Linie seinen Bezugspersonen entgegen. Der Bichon Frisé schließt aber auch schnell Freundschaft mit anderen Menschen und nimmt auch von diesen Liebkosungen entgegen. Aufgeschlossen zeigt er sich Artgenossen und anderen Tieren gegenüber. Fast jeder wird zunächst einmal mit einer interessierten Begrüßung bedacht. Stellt sich die Begegnung als unangenehm heraus, wird er das nächste Mal etwas vorsichtiger sein.

Wenn der Bichon Frisé nicht gerade kuschelt, schläft oder frisst, ist er in Bewegung. Es wirkt so, als könne er gar nicht anders. Er ist deshalb immer für ein Spiel zu haben und liebt nicht zuletzt deshalb ganz besonders Kinder, mit denen er stundenlang herumtoben kann. Außerdem ist er begierig darauf, neue Kunststücke zu lernen. Hier kommt ihm seine überdurchschnittliche Intelligenz zugute. Ein großer Ansporn ist für ihn natürlich auch das Lob seines Besitzers, dem er in erster Linie gefallen möchte. Klappt alles, sonnt sich der Kleine gerne im Glanz seines Ruhmes.

Auch wenn der Bichon Frisé noch so lernbegierig ist, seine Erziehung gestaltet sich dennoch nicht ganz einfach, da er wie viele andere Bichons auch sehr stur sein kann. Geht ihm ein Kommando vollkommen gegen den Strich, ignoriert er es einfach. Nicht übertrieben streng, aber doch konsequent muss man ihn in seine Schranken weisen, um einen folgsamen Hund zu haben. Lässt man ihm zuviel durchgehen, wird er bald auf nichts mehr hören. Das ist fatal. Denn irgendwann tut er etwas, wofür eine größere Schimpfkanonade nötig wäre - und die verträgt er nur schlecht.

Nichts braucht der Bichon Frisé so sehr wie menschliche Gesellschaft. Er kommt deshalb mit dem Alleinsein - je nach Persönlichkeit - nur schlecht oder überhaupt nicht zurecht. Überlässt man ihn dennoch für längere Zeit sich selbst, wird er auf seinen traurigen Zustand aufmerksam machen, sei es durch lautstarkes Jammern oder durch Zerstörungswut. Am besten nimmt man den Kleinen mit, was normalerweise kein Problem darstellt, da er wenige Ansprüche stellt und sich fast allen Situationen anpassen kann.

Optische Erscheinung

Der Bichon Frisé ist meist 23 bis 30cm groß und hat ein Gewicht von 3 bis 5 kg. Er hat ein langes, lockiges Fell bestehend aus einer sanften, dichten Unterwolle. Sein Fell ist weiß und um seine Ohren sticht ein wenig braune, manchmal ins Orange gehende Farbe heraus. Sein Körperbau ist sehr zart, was durch das etwa zehn Zentimeter abstehende Fell kompensiert wird. Dadurch erhält er ein leicht kugeliges Aussehen.

Die Pflege des Bichon Frisé

Die Pflege des Fells ist relativ aufwendig. Um Knotenbildung und Hautprobleme zu vermeiden, muss der Bichon Frisé täglich gekämmt werden, was in etwa eine Viertelstunde in Anspruch nimmt. Der Aufwand lässt sich rezieren, wenn das Haarkleid von Zeit zu Zeit kurzgeschnitten wird. Erfreulicherweise verliert er erstaunlich wenig Haare.

Eventuelle Krankheiten

Der Bichon Frisé ist kein außergewöhnlich anfälliger Hund, es gibt aber einige Krankheiten, die er überdurchschnittlich oft bekommen kann.

Zunächst einmal sollte man ihn immer sehr vorsichtig behandeln, da er sich aufrund seines zarten Knochenbaus sehr leichtVerletzungenzuziehen kann.

  • Legg-Calvé-Perthes-Krankheit. Diese Fehlstellung des Hüftgelenks kann schon erblich bedingt bei Welpen auftreten, aber auch durch eine Verletzung hervorgerufen werden. Mit Physiotherapie lassen sich die Schmerzen meistens lindern. Im äußersten Fall ist aber auch eine Operation nötig.
  • Patellaluxation. Diese schmerzhafte Kniegelenksentzündung kann ebenso wie die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit nicht nur erblich, sondern auch durch einen Unfall bedingt sein. Behandelt wird medikamentös oder operativ.
  • Hüftdysplasie. Diese erblich bedingte oder erworbene Erkrankung lässt einen bewegungsfreudigen Hund wie den Bichon Frisé träge werden. Oft wird das betroffene Bein nicht mehr richtig belastet, so dass der Hund hinkt. Auch hier ist eine medikamentöse und in schweren Fällen operative Behandlung möglich.

Abstammung und Herkunft

Wo der Bichon Frisé genau herkommt, ist ungeklärt. Als einigermaßen sicher gilt, dass diese Hunderasse wie der Havaneser und der Malteser aus dem Mittelmeerraum kommt und eventuell vom Wasserspaniel, dem Barbet, abstammt. Die ersten Nachweise für diese Rasse stammen aus dem vierzehnten Jahrhundert. Nach einer Phase großer Beliebtheit im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert, wo der Bichon Frisé als geselliges Schoßhündchen bei Hofe diente, ging das Interesse an dem kleinen Hund in den späteren Jahrzehnten deutlich zurück. Erst nach dem Ersten Weltkrieg erinnerte man sich wieder häufiger an den Bichon Frisé und die Verbreitung stieg wieder – bis heute.

Fotos: Bichon Frisé


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